Hallo,

wenn einem der Debian-Kernel zu alt wird kann man ihn mit wenigen schritten selber updaten. Dazu benötigt ihr erstmal einige installierte Entwicklerpakete, wie „build-essential“, „bzip2“, „kernel-package“, „ncurses-dev“ und „fakeroot“.

Anstatt sich aber mit der kompletten Konfiguration zu beschäftigen, kann man sich einfach die alte Config kopieren und damit auch den neuen Kernel betreiben. Häufig wird versucht den Kernel so auszuschlacken, dass auch keine initrd benötigt wird, für ein einfaches Update ist das aber nicht nötig.

 

Im folgenden Code mal ein Beispiel, wie man den Kernel von Debian Wheezy (2.6.38-2) auf den aktuellsten 3.0.4 aktualisieren kann:

cd /usr/src
sudo wget http://www.kernel.org/pub/linux/kernel/v3.0/linux-3.0.4.tar.bz2 # Kernelquellen herunterladen
sudo tar xjf linux-3.0.4.tar.bz2 # Kernel entpacken
cd linux-3.0.4
sudo cp /boot/config-2.6.38-2-amd64 .config # alte Config übernehmen
sudo make menuconfig # bei Bedarf Änderungen an der Config vornehmen
# Der nächste Schritt dauert dann ein durchaus ein paar Stunden.
# Mittels "--append-to-version=<NAME>" könnt ihr dem zu installierenden Kernel einen eigenen Tag geben.
# Es wird eine .deb für den Kernel selbst und eine für dessen Quellen erstellt.
sudo fakeroot make-kpkg --initrd --append-to-version=.n36l-1 kernel_image kernel_headers

cd ..
sudo dpkg -i linux-*3.0.4.n36l*.deb # Installation der erstellten .deb, Grub-Einträge werden automatisch erstellt
sudo reboot

Das wars auch schon, euer neuer Kernel ist nun einsatzbereit.