Hallo,
den eigenen DHCP-Server zuhause… hat sicherlich jeder!
Im Allgemeinen besitzt jeder Router einen eigenen DHCP-Server, wer damit jedoch nicht zufrieden ist (z.B. bei alten oder einfachen Geräten), oder einfach mal etwas rumspielen will, setzt sich einen eigenen Server auf.
Für die Dockstar eignet sich da besonders dnsmasq. Das Programm war ursprünglich als leichter DNS-Server geplant, der alle Namen nur mittels Eintrag in der “/etc/hosts” auflöst. Alternativ lässt er sich aber problemlos als schlanker DHCP-Server nutzen.

Wie das konkret funktioniert will ich kurz zeigen (wobei es auch absolut keine Schwierigkeit sein sollte…):

Die Installation unter Debian erfolgt wenig überraschend:

apt-get update
apt-get install dnsmasq

Nun findet ihr die Datei “/etc/dnsmasq.conf” in welcher viele viele Beispiele und Hinweise zur Konfiguration stehen. Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte, findet dort schon gute Anregungen für weitere Ideen!

Ich beschränke mich hier jedoch nur auf eine minimale Konfiguration. Man lege also eine Konfigurationsdatei an

touch /etc/dnsmasq.d/dnsmasq.conf
nano !!1

… und fülle sie mit folgendem Inhalt:

# Bereich, in welchem IPs automatisch vergeben werden sollen:
dhcp-range=192.168.2.200,192.168.2.250,255.255.255.0,12h

# Festlegung des Default-Gateways
dhcp-option=3,192.168.2.1

# Definierung von Hosts, die stets eine identische IP erhalten sollen
dhcp-host=00:10:75:11:cc:ab,192.168.2.101,12h
dhcp-host=00:1a:f2:6f:ca:6f,192.168.2.121,12h

Was beinhaltet diese Konfiguration? Euer Server teilt automatisch IPs im Bereich von 192.168.2.200 bis 192.168.2.250 mit der Subnetzmaske 255.255.255.0 aus (Standard für Heimnetzwerke). Die “Lease-Time” beträgt dabei 12 Stunden, d.h. nach 12 Stunden müssen sich Clients eine neue IP vom DHCP-Server holen (was nicht automatisch heißt, dass sich die IP des Clients ändert).

Als Default-Gateway ist im Beispiel die 192.168.2.1 festgelegt. Tragt hier die IP-Adresse eures Routers ein! Beachtet auch, dass sich die Zahl im dritten Oktett, also 192.168.XXX.1, eurer bisherigen Netzwerkkonfiguration entsprechen muss, damit eine ungestörte Kommunikation ohne weiteren Konfigurationsaufwand nötig ist. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Optionen.

Des weiteren ist es möglich bestimmten Hosts eine IP fest zuzuweisen, d.h. sie erhalten immer die identische Adresse, welche auch nicht aus dem oben angegebenem Adressbereich stammen muss. Dazu benötigt ihr die MAC-Adresse des PCs.
Wenn ihr sehen wollt, welche Geräte aktuell eine IP vom DHCP-Server erhalten haben, müsst ihr folgende Datei öffnen:

nano /var/lib/misc/dnsmasq.leases

Hier seht ihr vor dem Namen des Gerätes dessen erhaltene IP-Adresse und davor die MAC-Adresse des entsprechenden Netzwerkadapters. Diese könnt ihr z.B. für “dhcp-host” einfach kopieren.

Viel Spaß mit dem eigenem lightweight DHCP-Server :)

ERGÄNZUNG:

Das starten des DHCP-Servers funktioniert ganz normal:

/etc/init.d/dnsmasq start

Jedoch kann ich ihn nicht auf diese weise mittels “stop” beenden, ich bekomme keinerlei Feedback warum er da hängt. Bei mir hilft da immer nur:

kill -9 `pidof dnsmasq`

Falls mir jemand sagen kann warum wäre das sehr nett :)