Hallo,

im neusten Eintrag zur Seagate Dockstar, dem billigen Home-Server, geht es um die Einrichtung einer Zeitsynchronisierung, dem effektiverem Stromsparen bei angeschlossenen Festplatten, sowie Netzwerkfreigaben.

Viel Spaß beim Nacheifern!

PS: Fürs nächste mal gibts viel Freude mit Druckern :)

2.1 Kernelupdate unterbinden

Gemäß der vorherigen Blog-Einträge wurde für die Dockstar ein separater Kernel installiert. Damit dieser bei einem “apt-get upgrade” nicht überschrieben wird setzen wir alle Kernel-Versionen aus den Paketquellen auf “hold”. Somit erfolgt kein Upgrade von diesen.

Gleich vorweg: Mir wurde bereits im Vorfeld zugetragen, dass dieser Schritt unnötig sei… naja sicher ist sicher ^^

echo linux-image-2.6.32-5-kirkwood hold | dpkg --set-selection
echo linux-image-2.6-kirkwood hold | dpkg --set-selection

2.2 Zeitsynchronisierung

Die Dockstar von Seagate besitzt keine Hardwareuhr. Findigen Usern wird es sicher schnell auffallen, dass sie auf dem System sich einige Jahre in der Vergangenheit befinden. Damit die Zeit stets korrekt ist, lasse ich mittels cron täglich 4 Uhr früh eine Zeitsynchronisierung stattfinden. Der separate Dienst ntp ist mir für die Dockstar etwas zu fett, daher dieser Weg.

apt-get install ntpdate cron
ntpdate-debian # einmalige Synchronisation zum Testen
date # korrekte Zeit sollte angezeigt werden
crontab -e # crontabs bearbeiten
     0 4 * * * ntpdate-debian # im nun offenen Fenster eintragen

2.3 hd-idle installieren

USB-Festplatten benötigen Strom. Standardmäßig laufen diese an der Dockstar durchgehend. Das Programm hd-idle ermöglicht es Festplatten nach einer bestimmten Zeit von Inaktivität auszuschalten. Die Einrichtung erfolgt folgendermaßen:

cd /tmp
wget http://downloads.sourceforge.net/project/hd-idle/hd-idle-1.01.tgz
tar xzf hd-idle-1.01.tgz
rm hd-idle-1.01.tgz
cd hd-idle-1.01/
make # Kompilierung von hd-idle
make install-debian # Debian-spezifische Installation
update-rc.d hd-idle defaults # Autostart-Eintrag erstellen
nano /etc/init.d/hd-idle # Zeitspanne den eigenen Bedürfnissen anpassen
   HD_IDLE_OPTS="-i 600" # 600 = Zeit in Sekunden bis zur Deaktivierung der Platte
/etc/init.d/hd-idle restart # Dienst mit neuen Einstellungen starten

2.4 Samba-Freigabe

An dieser Stelle möchte ich vorweg auf das Thema Sicherheit hinweisen: Die Dockstar ist nicht für den professionellen Einsatz gedacht und sollte nur daheim betrieben werden (wie es vermutlich auch die meisten Leute hier machen). Für diesen Anwendungsfall erachte ich großartige Sicherheitsmaßnahmen für überflüssig, sprich: sämtliche Freigaben, Einstellungen, etc. können von jedem Nutzer im Netzwerk ohne Passwörter und ähnlichem getätigt werden! Beachtet dies, wenn ihr Fremde in eurem Netzwerk habt (z.B. in einer WG)!

In den meisten Heimnetzwerken sind nach wie vor Windows-PCs zu finden. Daher ist es eigentlich naheliegend, dass mal das durchaus vertraute NTFS als Dateisystem wählt. Die Linuxtreiber sind leider nicht ausgereift genug, dass der Betrieb mit der Dockstar lohnt. Konkret bedeutet das: Mit einer USB 2.0 Festplatte schafft man durchschnittlich ~25MB/sec. Wird die Festplatte mit NTFS formatiert, so fällt man schon auf ca. 9MB/s zurück. In Verbindung mit Samba erreicht man dann im Heimnetzwerk eine Schreibgeschwindigkeit vün 4-6MB/sec…. das wird sicherlich keinem reichen.

Verwendet man stattdessen ext3/ext2 auf der externen Festplatte, so erhält man auch über Samba konstante 25MB/sec Schreibgeschwindigkeit!

Wenn ihr die Festplatte immer mal mitnehmen wollt um Windows-Freunden etwas zu übertragen, legt euch eine separate NTFS-Partition an und speichert bei Bedarf dort die zu übertragenden Dateien. Für den Alltag mit der Dockstar nehmt ein Linux-Dateisystem!

Nun zum Thema Samba, im folgenden könnt ihr die Installation und Konfiguration mit der Freigabe für alle des /mnt – Verzeichnisses nachvollziehen.

apt-get install samba samba-common # Samba installieren
mv /etc/samba/smb.conf /etc/samba/smb.conf.old # Backup der originalen Config-Datei anlegen
nano /etc/samba/smb.conf # neue Config anlegen mit folgendem Inhalt:
     [global]
     workgroup = stargroup # Name eurer Arbeitsgruppe
     security = share # Freigabe für alle ohne Passwörter
     share modes = yes # Freigabe für alle ohne Passwörter
     [HDDs]
     path = /mnt/ # Verzeichnis für Festplatten-Mountpunkte
     public = yes
     browseable = yes
     writable = yes
     comment = smb share
     printable = no
/etc/init.d/samba restart # Neustart des Servers und Übernahme der Einstellungen.

Eure Netzwerkfreigabe sollte funktionieren. Gegebenenfalls müsste ihr noch die Rechte vom /mnt Ordner auf 777 ändern, damit ihr dort hinein schreiben könnt.

chmod -R 777 /mnt

Bis zum nächsten mal!